IBIZA- MacBook von Top-DJ gestohlen

Eigentlich wollte ich ja ein Round-up über die Berichterstattung in der Boulevardpresse in den letzten zwei Wochen schreiben. Aber man muss sagen, die Presse hat nicht viel kreatives hinbekommen. Sie hat ein paar Promis bei ihren Urlaubsfreuden fotografiert, aber mehr auch nicht.

Ich war schon etwas gelangweilt, doch dann habe ich auf den sozialen Kanälen diese Nachricht gelesen, die mich aufgeschreckt hat.

Dem DJ Bob Sinclair ist sein MacBook gestohlen worden und er bittet jetzt um die Rückgabe!

Was Housefans natürlich schon wissen, Bob Sinclair ist ein berühmter DJ, er stammt aus Frankreich und er begeistert mit seinen samstäglichen Pure Pacha, Paris by Night Partys die anspruchsvollen Clubber der Insel als Resident DJ und Gastgeber.

Nun ist dieser Post auf Facebook aufgetaucht.
„Nachricht an die 2 Jungs, die gestern Abend das Haus, das ich in Ibiza gemietet habe, um 22 Uhr besucht haben. Ihr habt ein altes Silver Max Book pro mit meiner ganzen Musik gestohlen. Ich interessiere mich nicht für den Rest, aber die Musik ist so wertvoll für mich…. Sie kostet nichts für euch und hat keinen Wiederverkaufswert. Bitte sendet es zur Rezeption des Pacha-Hotels.
Tausend Dank, Bob Sinclair“

Der Orginalpost auf der Seite von Bob Sinclair ist mittlerweile leider verschwunden.

Hier die Weiterleitung auf einer Clubbing-News-Seite:

Auch die etablierte örtliche Presse berichtet von dem Vorfall.

Was ist da passiert?

Ich hab wirklich zweimal hingeschaut, ob es der echte Account von Bob Sinclair ist, Häkchen ist da, und er hat 2 Mio. Likes. Ich gehe davon aus, dass die Geschichte deswegen wahr ist. Die Fans sind bestürzt. Außer dem obigen Aufruf ist sehr wenig bekannt, aber die Frage was da genau passiert ist, lässt mir einfach keine Ruhe.

Der DJ konnte den Tatzeitpunkt und –ort sowie die Täter sehr gut beschreiben. Ich könnte mir vorstellen, dass er Leuten vertraut hat, sie in seine Privatsphäre gelassen hat und sehr enttäuscht worden ist. In seiner Musik geht es sehr viel um Harmonie und den Glauben daran, dass eine Welt mit mehr Liebe möglich ist. Kennzeichnend sind Titel wie „Love Generation“. Vielleicht hat der DJ über seinen Optimismus einige elementare Vorsichtmaßnahmen vergessen.

Wenn Bob Sinclair Glück hat, geben Sie das Laptop zurück, aus Einsicht. Die Einschätzung dass die Sammlung seiner Musik keinen Wert hat, teile ich allerdings nicht. Vielleicht haben die Täter den Inhalt des Books schon für einen Millionenbetrag weiter verkauft. Es gibt Käufer für Leder von vom Aussterben bedrohten Wildtieren und gestohlenen Kunstwerken der bildenden Künste, sicher hat auch die Sammlung eines DJs einen großen Wert für skrupellose Sammler.

Drücken wir die Daumen

Hoffen wir, dass die Geschichte ein gutes Ende nimmt. Sobald es neue Informationen gibt, werde ich Updaten.
Update 04.07.17, 12:39 : Der Orignalpost ist verschwunden. Vielleicht hat sich die Sache aufgeklärt. Oder die Sache wird immer fragwürdiger…..

Ibiza – das Geheimnis vs. Boulevardpresse Teil 1

Diese Tage liest man mal wieder viel über Ibiza in der Presse, oder sagen wir es genauer, in der Boulevardpresse. Ehrlich gesagt erkenne ich die Insel nur teilweise wieder, wenn ich mir so manche „Story“ durchlese.

Top-Aufreger: Paar vergnügt sich im Ryanair-Flugzeug von Manchester nach Ibiza

Ja es funktioniert! Ich habe die Story (deutsche Version der Bildzeitung | englische Version ) sofort angeklickt und mir auch die Werbung vor dem Video brav angeschaut. Ich finde solche Artikel von Zeit zu Zeit ganz amüsant. Das Video hatte zu meiner großen Enttäuschung sehr wenig Beweiskraft. Beide hatten Hosen an und so rein anatomisch kann das nicht das gewesen sein, was die Presse versprochen hat. Der 21-jährige Kieran Williams stand den Berichten zufolge so unter Schock, dass er das ganze filmen musste. Und nun kommt es noch besser, wir erfahren später, dass einer der Protagonisten auch noch eine Verlobte zuhause hat. Die Entwarnung, dass es nur ein „Lapdance“ und kein Sex war, geht unter, aber nach dem Video hat das wohl eh niemand geglaubt. Hier kommt im dritten Schritt nun die Metaberichterstattung!

Was lernen wir über Ibiza?

Wenig! Ich kann mich nicht des Eindrucks erwehren, die Boulevardpresse hat einen Story-Generator. Wenn es ihn noch nicht gibt, sollte ich ihn erfinden. Wähle einen Ort des Geschehens {Ibiza, Mallorca, Chicago, New York} und einen schockierenden Vorfall {Paar hat Sex, Rechtsradikaler randaliert, Passagier in überbuchten Flugzeug wird von Crew geschlagen, aggressiver Popstar verprügelt Crew, Seniorin rettet hilfloses Tier, Vermögenslose gewinnt 20 Mio. €..} und damit ist die Outline fertig.
Aber das für die Story Ibiza ausgewählt hat spricht schon mal dafür, das Ibiza ein interessantes Thema für die Briten ist. Das Ibiza eher mit Sex als mit Randale, Unglück oder Gewalt in Verbindung gebracht wird, ist auch ganz nett.

Ryanair-Aircraft im Anflug

Nicht ganz so viel Glück hatte die Nachbarinsel, da hat der Generator {Mallorca, Rechtsradikaler randaliert} ausgewählt.
Die Protagonisten gehören einen Milieu an, dass nicht unbedingt typisch für Ibiza ist. Man muss einmal von den 2-3 Spots absehen, wo diese Klientel ihren Spaß hat – jedem das Seine-. Mit dem Ibiza dass ich kenne, hat es aber wenig zu tun. Von daher die Kritik: Der Story-Generator hätte andere Charaktere für die Geschichte vorschlagen sollen!

Mein Fazit zur Leistung der Boulevardpresse:

    • Ich hab es sofort angeklickt (++)
    • Interessantes Ziel ausgewählt (++)
    • Sex ist besser als Gewalt (+)
    • Akteure wenig authentisch (–)
    • Video hält nicht was es verspricht (-)


6 von 10 Punkte für die Boulevardpresse!