Etwas erschreckt- Tripadvisor ist Fälscher in London auf den Leim gegangen.

Ich sitze zuhause, weit entfernt von Ibiza. Die Nachrichtenlage aus Ibiza ist dünn. In den lokalen Medien wird über die Sperrstunde in dem bei Jugendlichen beliebten Kneipenviertel Westend in San Antonio diskutiert. Um drei Uhr morgens soll Schluss ein, so die Idee. Ich schaue zum Fenster raus, Schneeflocken. Warum habe ich meinen Plan ganz auszuwandern noch nicht wahr gemacht? Vielleicht, weil das Leben auf Ibiza finanziert sein möchte! Zwischen Wäsche aus der Reinigung abholen und Staubsaugen checke ich die News auf dem Smartphone. Und da lese ich es!

Was ist passiert?

London! Ein Fälscher hat es doch glatt geschafft, Tripadvisor hinter das Licht zu führen. Er hat auf Tripadvisor ein Profil für ein Restaurant angelegt, das es gar nicht gibt. Und dann hat er sich von Freunden gute Bewertungen schreiben lassen. Schließlich hat er das Rankingsystem so ausgetrickst, dass das Restaurant von Tripadvisor ein Top-Ranking erhalten hat.

Die Geschichte, wie er es gemacht hat, ist wirklich erheiternd. Ich will sie hier nicht nacherzählen, sondern einfach auf die Originalquelle verweisen. Mittlerweile hat auch die deutsche Presse das Thema aufgegriffen.

Krasser Einzelfall oder Alltag?

Tripadvisor ließ nach dem Bekanntwerden des Vorfalls verlauten, dass niemand, außer Menschen, die Tripadvisor vorführen möchten, ein Interesse daran habe, Fake-Restaurants zu erstellen. Das klingt logisch, denn mit einem Restaurant, das es nicht gibt, kann man auch kein Geld verdienen. Es sei denn natürlich, man ist Journalist und schreibt eine Geschichte darüber.

Also Haken dran! Krasser Einzelfall.

Aber was ist mit Bewertungen, die gefakt sind? Soll heißen, ein existentes Restaurant bezahlt einen Ghostwriter, der dann eine „zu gute“ Bewertung abgibt. Oder noch harmloser, das aggressive Betteln um Bewertungen im Restaurant bei Menschen, von denen man denkt, dass sie zufrieden sind.

Ich bin Gelegenheitsnutzer von Tripadvisor, in Summe habe ich dort gute Erfahrungen gemacht. In Städten, die ich nicht kenne, habe ich immer Restaurants gefunden, die dem entsprochen haben, was ich nach Lektüre der Bewertungen erwartet hatte.

Selbst wenn Fakebewertungen und erbettelte Bewertungen Alltag sein sollten, es hat in meiner Wahrnehmung noch nicht dazu geführt, dass ich in die Irre geleitet worden bin. Auch wenn nicht alle Fakebewertungen zuverlässig herausgefiltert werden, das System funktioniert im Großen und Ganzen sehr gut. Da ich kein Restaurantmarketingfachmann bin, kann ich nicht beurteilen, wie sehr Fakebewertungen zum Alltag gehören. Aber immerhin besteht ja Chancengleichheit, da jedes Restaurant die Möglichkeit zu faken hat

Intelligent informieren statt blind zu vertrauen

Trotz der guten Erfahrungen die ich gemacht habe, einen kritischer Blick und ein gewisses Maß an Skepsis zu behalten, ist eine gute Sache. Die Portale selbst sind sicher vertrauenswürdig. Aber der Inhalt kommt von Leuten, die man nicht kennt, zu denen man keine Beziehung aufbauen kann. Vielleicht legt jemand auf andere Dinge Wert oder hat einfach geringere Ansprüche. Wichtig ist doch, dass man die Kommentare richtig einschätzen kann. Und das ist nicht immer ganz leicht.

Konstante Ibiza-Expertise

An dieser Stelle kommt Ibiza wieder ins Spiel. Viele Menschen möchten Ibiza gut kennenlernen. Ich möchte die Möglichkeit bieten, sich über Ibiza zu informieren. Als Ergänzung zu den sicher auch ganz guten Quellen, die es sonst so gibt. Aber mal ganz ehrlich, auch als Tipp-Gebender lege ich Wert darauf, dass ich die richtigen Menschen erreiche. Ich will nicht für irgendwo schreiben, um dann zwischen irgendwelchen anderen Kommentaren zu stehen. Ich will mein Wissen nicht einem x-beliebigen Teil der breiten Masse preisgeben, ohne dass ich die Leser kenne oder die Leser mich.

Bis dahin eine schöne Weihnachtszeit und nicht vergessen, vor dem nächsten Ibizaurlaub hier vorbeischauen 🙂

What happens on Ibiza stays on Ibiza

Wenn dieser Satz ausgesprochen wurde, dann wird es spannend. Es gibt da etwas, was man nicht erzählen darf oder es steht unmittelbar etwas bevor, was niemand erfahren werden darf. Der Puls schlägt schneller und nicht selten wird die Aufregung (Erregung?) mit einem möglichst lässigen Lachen überspielt. Da nachdem die Worte „What happens on Ibiza stays on Ibiza“ gefallen sind, sich naturgemäß jegliche Nachfragen verbieten, bleibt im Dunklen, was genau gemeint ist – Details sowieso, aber auch ein ganz allgemeiner Hinweis in welche Richtung etwas ging – war es nun eine dekadente Orgie oder ging es doch eher nur um die Kneipentour, die über der Kloschüssel endete? Heute wird der Spruch seziert, jetzt und hier, ohne jegliche Tabus.

Ein Spruch, zwei Bedeutungen

Neben „What happens on Ibiza stays on Ibiza“ gibt es die Variante „What happens in Las Vegas stays in Las Vegas“, die auch recht verbreitet ist. Es gibt zwei grundlegende Bedeutungen des Spruchs, die jetzt am Beispiel von Las Vegas und Ibiza erklärt werden. Ibiza repräsentiert den hehren Sinn und Las Vegas die, sagen wir mal, auch ganz nette Bedeutung.

Fangen wir mit dem Blick über den Teich an. Zugegeben, es werden jetzt Klischees bemüht, aber es hilft einfach um den Gedanken zu illustrieren.

Zur Illustration muss Las Vegas mal herhalten

Also, dort leben viele Menschen ein sehr sittsames Leben, geprägt von Fleiß und Verzicht, besonders in Bezug auf zwielichtige Vergnügungen. Die Mensch läuft wie eine Maschine, und es baut sich Druck auf. Und dann 3 Tage Urlaub mit den Jungs– ab nach Las Vegas. In kurzer Zeit muss jetzt Dampf abgelassen werden. An der Slot-Maschine wird das Geld verdient, dass dann später im Strip-Club wieder reinvestiert wird. In der Umgebung von Las Vegas sind zudem noch für die USA unerhörte Dinge legal möglich. Am Montag im Büro ist außer den tierischen Kopfweh dann nichts mehr da und es geht zurück in das normale Leben.

Dollarscheine wandern in den Ausschnitt
Fun in Las Vegas

Der Satz „What happens…“ ist hier eine Abmachung oder eine Appell an die Mitwisser, den Mund zu halten. Die Kollegen und nicht-eingeweihten Freunde würden die Geschichten, die es zu erzählen gibt, sehr gut verstehen – „Wir haben uns dem Glücksspiel hingegeben!“ „Wir haben Frauen Geldscheine in die Tangas gesteckt!“ „Wir haben soviel getrunken, dass wir uns übergeben mussten!“ Alles Dinge, die nicht in ein spießiges Weltbild passen, und wofür jemand, der von diesem Weltbild geprägt ist, sich schämen wird. Aber mal ganz abgesehen von dem Moralkram, die Geschichten sind irgendwie auch nichts Besonderes, erwartbar und ehrlich gesagt teilweise auch nicht appetitlich. Also, jeder kann es sich denken, aber wenn die Details erzählt werden, ist der Spott groß. Von daher muss eine Abmachung getroffen werden, dass alle den Mund halten und niemand dann Protagonist der allseits erahnten Abstürz-Geschichte wird.

Eine Selbsterfahrung die eh niemand verstehen würde

Und nun zu der anderen Bedeutung. „What happens on Ibiza stays on Ibiza“ ist eher eine Art Feststellung und ein Ausdruck der Selbsterfahrung. Ibiza gilt als magische Insel. Wenn man sich auf sie einlässt, dann transformiert sie. Man entdeckt neue Seiten an sich selbst, die einen selbst überraschen. Die Stimmung um einen herum greift über und wenn man erst einmal im Bann ist, gibt man selbst einen Teil der Magie weiter.

Was genau dahinter steckt, ist höchst individuell. Es ist in erster Linie ein Gefühl und das Beobachtbare nimmt eine untergeordnete Rolle ein. Vielleicht ist es einfach nur die Schönheit der Insel, vielleicht eine ekstatische Party oder ein amouröses Erlebnis. Aber wie gesagt, das individuelle Erlebnisse überwiegt die Bestandteile, die sich zu einer sensationellen Story verarbeiten lassen.

Mal ganz direkt gesagt, eine Bedeutung ist sicher „Ich könnte es versuchen dir zu erzählen, aber wenn du nicht selbst dort gewesen bist, würdest du es nicht verstehen“. Nach einem Besuch auf Ibiza fühlt man sich einfach gut, mal von dem drängenden Gefühl unbedingt dorthin wieder zurück zu wollen abgesehen. Außerdem, die wirklichen Ibiza-Geheimnisse ergeben sich mit Menschen die man auf der Insel kennengelernt hat. Was will man über jemand erzählen, den zuhause niemand kennt?

Trag Ibiza mit einem Lächeln in dir

Die schönsten Erfahrungen sind doch die, an die man mit einem Lächeln zurück denkt. Die einem mit so etwas mit Stolz erfüllen. Die man nicht weiter erzählt, eher um das Gegenüber nicht neidisch zu machen als etwas zu verstecken. Das sind die Geheimnisse die ich meine, wenn ich zu mir sage „What happens on Ibiza stays on Ibiza“. Ehrlich gesagt sage ich den Satz sehr selten laut, außer ich schreibe gerade ein Essay drüber. Aber er schießt mir sehr oft durch den Kopf, wenn ich mit Nicht-Ibizakennern rede.

IBIZA- MacBook von Top-DJ gestohlen

Eigentlich wollte ich ja ein Round-up über die Berichterstattung in der Boulevardpresse in den letzten zwei Wochen schreiben. Aber man muss sagen, die Presse hat nicht viel kreatives hinbekommen. Sie hat ein paar Promis bei ihren Urlaubsfreuden fotografiert, aber mehr auch nicht.

Ich war schon etwas gelangweilt, doch dann habe ich auf den sozialen Kanälen diese Nachricht gelesen, die mich aufgeschreckt hat.

Dem DJ Bob Sinclair ist sein MacBook gestohlen worden und er bittet jetzt um die Rückgabe!

Was Housefans natürlich schon wissen, Bob Sinclair ist ein berühmter DJ, er stammt aus Frankreich und er begeistert mit seinen samstäglichen Pure Pacha, Paris by Night Partys die anspruchsvollen Clubber der Insel als Resident DJ und Gastgeber.

Nun ist dieser Post auf Facebook aufgetaucht.
„Nachricht an die 2 Jungs, die gestern Abend das Haus, das ich in Ibiza gemietet habe, um 22 Uhr besucht haben. Ihr habt ein altes Silver Max Book pro mit meiner ganzen Musik gestohlen. Ich interessiere mich nicht für den Rest, aber die Musik ist so wertvoll für mich…. Sie kostet nichts für euch und hat keinen Wiederverkaufswert. Bitte sendet es zur Rezeption des Pacha-Hotels.
Tausend Dank, Bob Sinclair“

Der Orginalpost auf der Seite von Bob Sinclair ist mittlerweile leider verschwunden.

Hier die Weiterleitung auf einer Clubbing-News-Seite:

Auch die etablierte örtliche Presse berichtet von dem Vorfall.

Was ist da passiert?

Ich hab wirklich zweimal hingeschaut, ob es der echte Account von Bob Sinclair ist, Häkchen ist da, und er hat 2 Mio. Likes. Ich gehe davon aus, dass die Geschichte deswegen wahr ist. Die Fans sind bestürzt. Außer dem obigen Aufruf ist sehr wenig bekannt, aber die Frage was da genau passiert ist, lässt mir einfach keine Ruhe.

Der DJ konnte den Tatzeitpunkt und –ort sowie die Täter sehr gut beschreiben. Ich könnte mir vorstellen, dass er Leuten vertraut hat, sie in seine Privatsphäre gelassen hat und sehr enttäuscht worden ist. In seiner Musik geht es sehr viel um Harmonie und den Glauben daran, dass eine Welt mit mehr Liebe möglich ist. Kennzeichnend sind Titel wie „Love Generation“. Vielleicht hat der DJ über seinen Optimismus einige elementare Vorsichtmaßnahmen vergessen.

Wenn Bob Sinclair Glück hat, geben Sie das Laptop zurück, aus Einsicht. Die Einschätzung dass die Sammlung seiner Musik keinen Wert hat, teile ich allerdings nicht. Vielleicht haben die Täter den Inhalt des Books schon für einen Millionenbetrag weiter verkauft. Es gibt Käufer für Leder von vom Aussterben bedrohten Wildtieren und gestohlenen Kunstwerken der bildenden Künste, sicher hat auch die Sammlung eines DJs einen großen Wert für skrupellose Sammler.

Drücken wir die Daumen

Hoffen wir, dass die Geschichte ein gutes Ende nimmt. Sobald es neue Informationen gibt, werde ich Updaten.
Update 04.07.17, 12:39 : Der Orignalpost ist verschwunden. Vielleicht hat sich die Sache aufgeklärt. Oder die Sache wird immer fragwürdiger…..

Ibiza – das Geheimnis vs. Boulevardpresse Teil 1

Diese Tage liest man mal wieder viel über Ibiza in der Presse, oder sagen wir es genauer, in der Boulevardpresse. Ehrlich gesagt erkenne ich die Insel nur teilweise wieder, wenn ich mir so manche „Story“ durchlese.

Top-Aufreger: Paar vergnügt sich im Ryanair-Flugzeug von Manchester nach Ibiza

Ja es funktioniert! Ich habe die Story (deutsche Version der Bildzeitung | englische Version ) sofort angeklickt und mir auch die Werbung vor dem Video brav angeschaut. Ich finde solche Artikel von Zeit zu Zeit ganz amüsant. Das Video hatte zu meiner großen Enttäuschung sehr wenig Beweiskraft. Beide hatten Hosen an und so rein anatomisch kann das nicht das gewesen sein, was die Presse versprochen hat. Der 21-jährige Kieran Williams stand den Berichten zufolge so unter Schock, dass er das ganze filmen musste. Und nun kommt es noch besser, wir erfahren später, dass einer der Protagonisten auch noch eine Verlobte zuhause hat. Die Entwarnung, dass es nur ein „Lapdance“ und kein Sex war, geht unter, aber nach dem Video hat das wohl eh niemand geglaubt. Hier kommt im dritten Schritt nun die Metaberichterstattung!

Was lernen wir über Ibiza?

Wenig! Ich kann mich nicht des Eindrucks erwehren, die Boulevardpresse hat einen Story-Generator. Wenn es ihn noch nicht gibt, sollte ich ihn erfinden. Wähle einen Ort des Geschehens {Ibiza, Mallorca, Chicago, New York} und einen schockierenden Vorfall {Paar hat Sex, Rechtsradikaler randaliert, Passagier in überbuchten Flugzeug wird von Crew geschlagen, aggressiver Popstar verprügelt Crew, Seniorin rettet hilfloses Tier, Vermögenslose gewinnt 20 Mio. €..} und damit ist die Outline fertig.
Aber das für die Story Ibiza ausgewählt hat spricht schon mal dafür, das Ibiza ein interessantes Thema für die Briten ist. Das Ibiza eher mit Sex als mit Randale, Unglück oder Gewalt in Verbindung gebracht wird, ist auch ganz nett.

Ryanair-Aircraft im Anflug

Nicht ganz so viel Glück hatte die Nachbarinsel, da hat der Generator {Mallorca, Rechtsradikaler randaliert} ausgewählt.
Die Protagonisten gehören einen Milieu an, dass nicht unbedingt typisch für Ibiza ist. Man muss einmal von den 2-3 Spots absehen, wo diese Klientel ihren Spaß hat – jedem das Seine-. Mit dem Ibiza dass ich kenne, hat es aber wenig zu tun. Von daher die Kritik: Der Story-Generator hätte andere Charaktere für die Geschichte vorschlagen sollen!

Mein Fazit zur Leistung der Boulevardpresse:

    • Ich hab es sofort angeklickt (++)
    • Interessantes Ziel ausgewählt (++)
    • Sex ist besser als Gewalt (+)
    • Akteure wenig authentisch (–)
    • Video hält nicht was es verspricht (-)


6 von 10 Punkte für die Boulevardpresse!